12.04.2014, 18:34 Uhr

Im warmen Sommerwind liegt der Duft von süßen Erdbeeren. Zusammen sitzen wir auf der Terrasse, die Beine auf den Tisch gelegt und stopfen und die roten Früchte in den Mund. Apple trägt eine Sonnenbrille und ich kann ihre schönen Augen nicht sehen, also entscheide ich, meine auf dem Tisch liegende Sonnenbrille auch aufzusetzen. Wir reden nicht, sitzen nur still da. Hin und wieder räuspert sich Emil Totowski, welcher hinter uns sitzt.
Plötzlich nimmt Apple ihre Füße von dem Tisch und sagt: »Wohin willst du gehen?«
»Was?«
»Wohin willst du gehen?« fragt sie nochmals.
»Apple, du...ich verstehe dich nicht. Ich will gerade nirgendwohin gehen.«, antworte ich ohne mich zu bewegen.
»Nein, ich meine, was dein Ziel ist. Wie weit gehst du, damit du deine Pläne erreichen kannst.«
»Ach Apple, stell doch nicht solche Fragen. Man kann doch nicht immer alles planen. Was passiert, passiert. Und wenn es anders kommt, ist es vielleicht auch gut. Unerwartete Dinge sind doch meist die Besten, nicht? Wäre es sonst nicht langweilig? Eines weiß ich: Ich will solange wie es mir möglich ist, mit dir zusammenbleiben. Alles andere ist mir schnuppe. Wenn du da bist, steht manchmal meine Welt still. Ich bin ruhig, atme nicht, keine Geräusche sind da. Dann sehe ich nur noch dich, in einem Standbild, schöner als die Mona Lisa.«, in dem Moment wird mir bewusst, wie zusammenhangslos alles ist, was ich gerade sagte.
Emil Totowski räuspert sich wieder. Und die Welt steht still. Nichts bewegt sich, keiner atmet, zuckt mit dem Auge. Nur Apple sehe ich, den Rest blende ich aus.
»Es gibt kein Drehbuch für das Leben.«, sagt Emil Totowski mit seiner tiefen, dunkeln Stimme. Er streicht sich kurz durch seinen Bart und Apple lehnt sich wieder zurück. Langsam legt sie ihre Beine zurück auf den Tisch und es ist, als hätte nie jemand gesprochen.

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