15.04.2014, 21:37 Uhr

Ein Zettel liegt auf meinem Tisch. Zuerst habe ich ihn nicht bemerkt, da nichts darauf geschrieben stand. Dachte ich. Bis ich ihn umdrehte.
»Woran glaubst du?«
Ganz klar ist es Emil Totowskis gekritzelte Handschrift. Irgendwie ist er ja ein komischer Kauz. Mit seinen dunklen Augen, seinem etwas längeren Kinn- und Oberlippen Bart, wie der von Shakespeare, seinem bubenhaft geschnittenen, dunklen Haar und seiner großen Nase. Er redet kaum, starrt meist nur vor sich hin, aber ist äußert intelligent und sehr gut im Beobachten von Menschen. Was ich niemals bei anderen bemerken würde, sieht er sofort. Ein wenig ist er wie Apple. Stellt zum Nachdenken anregende Fragen. Was soll man auch erwarten, wenn sie Halbgeschwister sind?
»Alles von unserem Vater vererbt«, sagt Apple immer.
Apple trägt allerdings nicht den Nachnamen Totowski.
Tja, woran ich glaube. Eigentlich an nichts, oder? Ich glaube weder an Gott, noch an mich. Ja ok, ein paar Sachen gibt es da schon. Ich glaube immer an das Gute im Menschen. Ich glaube an die eine große Liebe. Ich glaube, dass jeder Mensch auf der Welt zu etwas bestimmt ist, was er nur finden muss. Ich glaube daran, dass alle Verstorbenen im Himmel auf einer Wolke sitzen und auf uns aufpassen. Ich glaube an Wiedergeburt. Und ich glaub an Wunder und an das Schicksal.
An irgendwas glaubt man immer.

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